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E-Commerce11 Min. Lesezeit

Onlineshop erstellen lassen: Was es kostet, wie es läuft und worauf es wirklich ankommt

Onlineshop erstellen lassen: Was eine professionelle Umsetzung mit WooCommerce oder JTL-Shop kostet, worauf es bei Technik, Recht und Performance ankommt — und was Agenturen verschweigen.


Ein Mandant rief vergangenes Jahr an — kleiner Werkzeughändler aus Mannheim, 40 Jahre im Geschäft, exzellenter Ruf in der Region. Sein Problem: Der Markt wanderte ins Internet, aber seine Website war eine statische Broschüre aus dem Jahr 2017. Er hatte keine Ahnung, wo er anfangen sollte. Wie viel kostet ein Onlineshop? Welches System ist das richtige? Was ist mit Datenschutz und Steuern?

Fragen, die wir seit der Gründung von digitalmann 2018 immer wieder hören — und auf die es selten ehrliche, vollständige Antworten gibt.

Dieser Artikel liefert sie.

Was ein professionell erstellter Onlineshop wirklich kostet

Die ehrliche Antwort: Es gibt keine pauschale Zahl. Ein Shop für 20 physische Produkte hat andere Anforderungen als ein B2B-Portal mit Kundenspezifischen Preislisten und 5.000 Artikeln.

Was eine realistische Orientierung liefert, ist die Kostenstruktur nach Leistungsbereich:

Konzept und Design: 1.500 – 5.000 € Dazu zählen Wireframes, UI-Design, Farb- und Typografiekonzept auf Basis Ihres Corporate Designs, Responsive-Layouts für Mobile und Desktop.

Technische Umsetzung: 2.000 – 15.000 € Abhängig von der Shop-Plattform, der Anzahl der Produkte, dem Zahlungsanbieter-Setup und individuellen Funktionen wie Konfiguratoren, Abo-Modellen oder Schnittstellen zu Warenwirtschaft oder ERP.

Rechtliche Grundausstattung: 300 – 800 € Impressum, Datenschutzerklärung, AGB, Widerrufsbelehrung, Cookie-Consent-System — alles, was Sie vor Abmahnungen schützt.

Onboarding und Schulung: 300 – 1.000 € Damit Sie Ihren Shop selbst pflegen können: Produkte anlegen, Preise anpassen, Bestellungen verwalten.

Laufende Kosten: 80 – 300 €/Monat Hosting, SSL, Software-Lizenzen, Plugin-Updates, Sicherheits-Monitoring.

Ein kleiner, solide umgesetzter Einstiegsshop mit bis zu 50 Produkten, WooCommerce-Basis und vollständiger Rechtsausstattung liegt realistisch zwischen 4.500 und 9.000 € netto für die initiale Umsetzung.

Wer darunter angeboten bekommt, sollte genau hinfragen, was enthalten ist — und was nicht.

WooCommerce oder JTL-Shop: Die wichtigste Entscheidungsfrage

Die Wahl des Shop-Systems ist keine reine Geschmacksfrage. Sie hat technische und kaufmännische Konsequenzen, die noch Jahre nach dem Launch spürbar sind.

WooCommerce: Flexibel, weit verbreitet, für die meisten KMU ideal

WooCommerce ist das meistgenutzte E-Commerce-Plugin weltweit — und das aus gutem Grund. Als Erweiterung von WordPress verbindet es ein ausgereiftes Content-Management-System mit einem funktionalen Shop-Backend. Das Ergebnis: Sie können Produktseiten schreiben, die sich für SEO eignen, einen Blog betreiben und Ihren Shop in einer einzigen Oberfläche verwalten.

Für wen WooCommerce die richtige Wahl ist:

  • Händler mit bis zu 5.000 Artikeln und überschaubarer Varianz
  • Unternehmen, die starken Content-Fokus (SEO, Blog) mit dem Shop verbinden wollen
  • Startups, die schnell launchen und iterativ skalieren möchten
  • B2C-Shops ohne komplexe Lagerverwaltungsanforderungen

Wo WooCommerce an Grenzen stößt: Bei sehr großen Katalogen (50.000+), komplexen B2B-Preisstrukturen oder wenn eine tiefe Integration in eine bestehende Warenwirtschaft wie JTL-Wawi nötig ist.

JTL-Shop: Wenn Warenwirtschaft und E-Commerce eine Einheit bilden müssen

JTL-Shop ist der Onlineshop aus dem JTL-Ökosystem — und wer bereits mit JTL-Wawi als Warenwirtschaft arbeitet oder das plant, kommt daran kaum vorbei. Die native Synchronisierung zwischen Wawi und Shop ist das, was andere Systeme über Drittanbieter-Schnittstellen erst nachrüsten müssen.

Praxisrelevant: Lagerbestände, Preise, Produktdaten und Bestellungen laufen in Echtzeit durch. Kein Export-Import, keine veralteten Bestände auf der Shopseite, keine manuelle Nacharbeit nach jedem Bestelleingang.

Für wen JTL-Shop die richtige Wahl ist:

  • Händler, die JTL-Wawi als zentrales Warenwirtschaftssystem einsetzen oder einführen
  • Multichannel-Händler (eigener Shop + Amazon + eBay über JTL-eazyAuction)
  • Unternehmen mit großen, variantenreichen Katalogen
  • B2B-Szenarien mit kundenspezifischen Preisgruppen

Die Kehrseite: JTL-Shop erfordert mehr technisches Setup, höhere initiale Kosten und eine steilere Lernkurve als WooCommerce. Wer ohne Wawi-Integration nur einen einfachen Shop will, ist damit häufig überqualifiziert.

Was einen professionellen Shop von einer DIY-Lösung unterscheidet

Baukastensysteme wie Jimdo, Wix oder Shopify Starter haben ihren Platz — für Selbstständige mit wenigen Produkten und niedrigem Traffic. Für Unternehmen, die E-Commerce als ernsthaften Vertriebskanal aufbauen wollen, reichen sie strukturell nicht aus.

Das liegt nicht am Design. Moderne Baukastensysteme sehen gut aus. Es liegt an drei Bereichen, die in der Praxis den Unterschied machen:

Performance und technische SEO: Google bewertet seit 2021 die Core Web Vitals als Rankingfaktor — LCP (Ladezeit des Hauptinhalts), CLS (Layout-Stabilität) und INP (Reaktionsgeschwindigkeit). Baukastensysteme und schlecht konfigurierte WordPress-Installationen mit zu vielen Plugins liefern hier regelmäßig schlechte Werte. Ein Shop, den niemand findet, verkauft nichts.

Skalierbarkeit: Was heute für 50 Produkte ausreicht, kann bei 500 oder 5.000 Artikeln in die Knie gehen. Datenbankstruktur, Hosting-Infrastruktur und Code-Architektur entscheiden, wie der Shop unter Last reagiert — Themen, die beim initialen Setup kaum auffallen, aber später teuer werden.

Rechtssicherheit: Ein Onlineshop in Deutschland ist ein reguliertes Geschäftsmodell. Wer die Pflichtangaben nicht kennt oder Standardtexte ohne Prüfung übernimmt, setzt sich Abmahnrisiken aus. Dazu gleich mehr.

Rechtliche Pflichtbausteine für jeden deutschen Onlineshop

Das deutsche Recht stellt an Onlineshop-Betreiber konkrete Anforderungen. Wer sie ignoriert, riskiert Abmahnungen mit Streitwerten zwischen 1.000 und 10.000 €.

Impressum (DDG § 5): Vollständige Anbieteridentifikation, erreichbar in maximal zwei Klicks von jeder Seite des Shops. Nicht das Impressum aus 2019 mit TMG-Verweis wiederverwenden — das Telemediengesetz wurde durch das Digitale-Dienste-Gesetz (DDG) abgelöst.

Datenschutzerklärung (Art. 13 DSGVO): Für jeden eingesetzten Dienst — Analytics, Zahlungsanbieter, Chat-Tools, Marketing-Pixel — muss dokumentiert sein: welche Daten erhoben werden, zu welchem Zweck, auf welcher Rechtsgrundlage, wie lange sie gespeichert werden und an wen sie ggf. übertragen werden. US-Dienste wie Google Analytics oder Stripe erfordern seit dem EU-US Data Privacy Framework (10.07.2023) eine spezifische Transfergrundlage.

AGB (§§ 305–309 BGB): Allgemeine Geschäftsbedingungen müssen vor Vertragsschluss abrufbar und speicherbar sein. Klauseln, die gegen §§ 307–309 BGB verstoßen, sind unwirksam — auch wenn sie aus einem Muster stammen.

Widerrufsbelehrung: Im B2C-Bereich gilt ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen (§§ 355 ff. BGB). Die Belehrung muss gesetzeskonform formuliert und spätestens mit Vertragsschluss übergeben werden.

Preisangabenverordnung (PAngV): Alle Preise müssen Brutto (inkl. MwSt.) ausgewiesen sein. Versandkosten müssen klar angegeben oder transparent berechnet werden. Für B2B-Shops gelten abweichende Regeln.

Cookie-Consent: Tracking- und Marketing-Cookies dürfen erst nach ausdrücklicher Einwilligung gesetzt werden. Ein Banner, der automatisch alle Cookies akzeptiert, ist seit der ePrivacy-Rechtsprechung des EuGH (Planet49-Urteil, 01.10.2019) rechtswidrig.

§ 36 VSBG: Händler, die ausschließlich B2C verkaufen, müssen erklären, ob sie an Verbraucherstreitbeilegungsverfahren teilnehmen oder nicht.

Das ist keine vollständige Aufzählung. Für spezifische Branchen — Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel, Medizinprodukte, Alkohol, Tabak — kommen weitere Kennzeichnungs- und Hinweispflichten hinzu.

Zahlungsarten: Was Kunden erwarten und was technisch einzuhalten ist

Die Konversionsrate eines Shops hängt stark davon ab, ob Kunden ihre bevorzugte Zahlungsmethode vorfinden. Fehlende Zahlungsoptionen sind einer der häufigsten Gründe für Warenkorbabbrüche.

Die aktuell relevanten Zahlungsarten für den deutschen Markt:

  • PayPal — weiterhin das meistgenutzte Verfahren im deutschen E-Commerce
  • Klarna (Kauf auf Rechnung, Ratenzahlung, Sofortüberweisung) — besonders relevant im Fashion- und Elektronik-Segment
  • SEPA-Lastschrift — kosteneffizient für Stammkunden, Rückbuchungsrisiko einkalkulieren
  • Kreditkarte (Stripe, Mollie, Adyen) — Pflicht bei internationalem Verkauf
  • Apple Pay / Google Pay — zunehmend wichtig für Mobile-Konversionen
  • Vorkasse — weiterhin akzeptiert, aber sinkende Akzeptanz bei Neukunden

Ein professionell integrierter Zahlungsanbieter wie Stripe oder Mollie konsolidiert mehrere dieser Methoden über eine einzige Schnittstelle. Das reduziert technischen Aufwand und Plugin-Abhängigkeiten.

Wichtig: Jeder Zahlungsanbieter, der personenbezogene Daten verarbeitet, muss in der Datenschutzerklärung dokumentiert sein. Für US-Anbieter (Stripe, PayPal Inc.) gilt die EU-US-DPF-Transfergrundlage.

Wie ein Shoprojekt mit uns abläuft

Kein Projekt ist identisch, aber der Ablauf folgt einem bewährten Schema — damit Sie zu jedem Zeitpunkt wissen, wo Sie stehen.

Schritt 1: Kostenloses Erstgespräch (ca. 45 Minuten) Wir klären: Welche Produkte sollen verkauft werden? Gibt es eine bestehende Website? Welche Systeme sind im Einsatz (Warenwirtschaft, ERP, Buchhaltung)? Was ist das Zielbudget? Welche Mitbewerber gibt es? Das Gespräch ist unverbindlich und endet mit einer ehrlichen Einschätzung, was machbar ist — auch wenn das bedeutet, dass wir nicht die richtige Agentur für Sie sind.

Schritt 2: Angebot mit Festpreis Kein Stundensatzmodell, keine offenen Enden. Sie erhalten ein schriftliches Angebot mit definierten Leistungen, Meilensteinen und einem Festpreis. Zusatzwünsche während des Projekts werden separat bewertet und freigegeben — keine Überraschungen auf der Schlussrechnung.

Schritt 3: Konzept und Design Wir entwickeln das UI auf Basis Ihres Corporate Designs: Farbschema, Typografie, Seitenaufbau, Produktdarstellung. Sie erhalten Screendesigns zur Freigabe, bevor eine einzige Zeile Code geschrieben wird.

Schritt 4: Technische Umsetzung Installation und Konfiguration der Shop-Plattform, Integration der Zahlungsanbieter, Produktimport, SEO-Basisoptimierung (Meta-Titel, Schema.org-Markup, Sitemap), Einrichtung des Cookie-Consent-Systems, Rechtsprüfung aller Pflichtseiten.

Schritt 5: Review und Abnahme Sie testen Ihren Shop in einer Staging-Umgebung. Wir dokumentieren alle Korrekturen und geben erst frei, wenn Sie bestätigen. Keine Still-und-heimlich-Launches.

Schritt 6: Launch und Monitoring Der Shop geht live. Wir überwachen die ersten 48 Stunden auf technische Fehler, prüfen Core Web Vitals nach Launch und richten Google Search Console ein. Sie erhalten eine Schulung für die tägliche Shop-Verwaltung.

Häufige Fehler, die Onlineshops scheitern lassen

Nach Jahren in der Praxis kennen wir die Muster, die sich wiederholen:

Zu viele Plugins. WordPress-Shops mit 40 aktiven Plugins sind keine Seltenheit. Jedes Plugin ist ein potenzielles Sicherheitsproblem, ein Performance-Killer und ein Kompatibilitätsrisiko beim nächsten Update. Wir arbeiten nach dem Prinzip: so wenige Plugins wie möglich, so viele wie nötig.

Keine Mobile-Optimierung. Über 60 % des E-Commerce-Traffics kommt in Deutschland von Mobilgeräten. Ein Shop, der auf dem Desktop gut aussieht, auf dem Smartphone aber umständlich zu bedienen ist, verliert mehr als die Hälfte seiner potenziellen Kunden.

Rechtliche Lücken. Datenschutzerklärung aus einem Generator ohne individuelle Anpassung, AGB mit unwirksamen Klauseln, fehlendes Widerrufsrecht — die Kombination ist teuer. Ein Abmahnanwalt braucht keine Detektivarbeit, um diese Fehler zu finden.

Kein SEO-Fundament. Ein Shop ohne strukturierte Produktdaten, ohne korrekte Meta-Angaben und ohne technische Grundoptimierung wird von Google nicht gefunden. Wer ausschließlich auf bezahlte Anzeigen setzt, zahlt dauerhaft für Traffic, der mit organischer Sichtbarkeit kostenlos wäre.

Fehlende Conversion-Optimierung. Ein Shop kann technisch einwandfrei sein und trotzdem schlecht konvertieren. Unklare Handlungsaufforderungen, zu viele Pflichtfelder im Checkout, kein Vertrauensaufbau (Bewertungen, Gütesiegel, Rückgabepolitik) — das kostet Umsatz, ohne dass ein technisches Problem vorliegt.

Was jetzt der erste Schritt ist

Wenn Sie einen Onlineshop aufbauen wollen, brauchen Sie zunächst zwei Dinge: Klarheit über Ihre Anforderungen und einen Gesprächspartner, der Ihnen sagt, was realistisch ist.

Wir bieten kostenlosen Erstberatungen ohne Verkaufsdruck an. Sie schildern Ihr Vorhaben, wir analysieren, was technisch und kaufmännisch sinnvoll ist — und Sie entscheiden danach, ob und mit wem Sie weitermachen wollen.

Was Sie für das Gespräch vorbereiten sollten:

  • Grobe Produktanzahl und -kategorie
  • Vorhandene Systeme (Warenwirtschaft, Buchhaltung, ERP)
  • Ungefähres Budget und gewünschten Launch-Zeitpunkt
  • Drei Onlineshops, die Ihnen gefallen — als Designreferenz

Der Rest ergibt sich im Gespräch.

Weiterlesen: JTL-Shop, Shopify oder WooCommerce — der Systemvergleich | TDDDG & Datenschutz für Online-Shops: Pflichtangaben und häufige Fehler | Webdesign für E-Commerce & Online-Shops

MA

Mehmet Aydoğdu

Webdesign & IT-Recht

Mehmet (alias digitalmann) digitalisiert Unternehmen — KMU, Handwerksbetriebe, Kanzleien, Online-Händler. Mit über 20 Jahren Praxiserfahrung aus Agentur und Konzern. Was hier steht, kommt aus realen Projekten: Websites, Shops, CRM- und ERP-Systeme. KI-Werkzeuge helfen bei der Aufbereitung. Das Urteil bleibt seines.

Aktualisiert: 11. April 2026

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